Danza Macabra

Totentänze von Horst Janssen, Tony Munzlinger, Lutz Friedel und aus alter Zeit

Passend zur dunklen Jahreszeit präsentierte das Kulturamt der Stadt Wittlich vom 14. Oktober 2018 bis 15. Februar 2019 eine leicht morbide Ausstellung und nahm sich dem Thema "Totentanz" an.

"Kunst heißt sterben lernen", so ein populäres Motto von Horst Janssen, für den der Tod eine lebenslange Passion gewesen ist, der wir einige gezeichnete und radierte Totentänze verdanken. In der Ausstellung in der Städtischen Galerie im Alten Rathaus in Wittlich waren neben einem Totentanz von Horst Janssen auch zwei völlig andere Beispiele von Tony Munzlinger und Lutz Friedel zu sehen. Sie bezeugen die Faszination der Gattung "Danza Macabra", wie der in Italien lebende Wittlicher Künstler Munzlinger seinen gemalten Zyklus nennt.

Der "Makabertanz" entstand bereits in der Kunst des Mittelalters, worauf in der Ausstellung mit Objekten eingegangen wird. Dass das Thema in der Kunst der Gegenwart nun wieder aktuell zu sein scheint, hat Gründe: Der Tod, der jahrhundertelang in theologische, literarische und bildkünstlerische Diskurse verwickelt war, ist heutzutage in die nüchterne Sphäre der Medizin gewandert.

Ein besonders außergewöhnliches Exponat der Ausstellung war der "Trierer Totentanz" ( Hs. 852/1311 Stadtbibliothek Trier), eine mit kolorierten Federzeichnungen und dramatisch-mahnenden Texten versehene Handschrift aus der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts.

Horst Janssen, Tony Munzlinger und Lutz Friedel dagegen machten eine weite Reise zurück in eine Zeit, in der man am Ende des Lebens zu tanzen glaubte!

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