"heimat/en" - Gemälde und Graphiken aus privatem und städtischem Besitz

01.03.2019

"heimat/en" lautet das Motto des Kultursommers Rheinland-Pfalz 2019, der die Wittlicher Ausstellung finanziell unterstützt. Ein Thema, das 2019 alle Menschen tangiert, diejenigen, die in ihrer Heimat leben dürfen, die ihre Heimat verließen, die aus ihrer Heimat fliehen mussten oder vertrieben wurden, die eine neue Heimat suchen, die eine solche Heimat gefunden haben und die, die heimatlos sind. Und weiter stellt sich die Frage: was bedeutet "Heimat"?

Ein Begriff, der in der Romantik verklärt und im Nationalsozialismus so missbraucht wurde, dass er lange Jahrzehnte völlig verpönt bzw. verkitscht war. "Wittlich - Fenster unserer Stadt" zeigt Gemälde und Graphiken aus privatem und städtischen Besitz. Die Arbeiten stammen beinahe alle aus dem 20. Jahrhundert und sind normalerweise für die Öffentlichkeit nicht zugänglich. Wilhelm Terwei, Anton Scheuritzel, Hans Thomas, Ulla Hess, Hedwig Schulze, Theo Blum, Wolfgang Otten, Rudolf Schöfer, Fritz von Wille u.a. malten Wittlich im letzten Jahrhundert und schufen Dokumente der Stadt, die zum Teil heute Vergangenheit sind.

Es sind Zeugnisse einer anderen Welt. Wittlich hat sich in den letzten 100 Jahren so verändert, wie sich die Erde gewandelt hat. Die Heimatstadt Wittlich des Jahres 1950 hat so viel oder so wenig mit dem Wittlich des Jahres 2019 zu tun, wie die Bundesrepublik Deutschland, wie Europa, wie die Staaten der Erde mit der Situation vor 70 Jahren. Heimat, was Beständigkeit zu vermitteln scheint, ist keine Konstante. Für Niemanden.

Für alle Wittlicherinnen und Wittlicher wird es ein Vergnügen sein, die Werke der zu ihrer Zeit bekannten und exzellent ausgebildeten Künstlerinnen und Künstler, die im Dunstkreis der "Düsseldorfer Schule" von der Schönheit der Eifel begeistert auch nach Wittlich reisten und die Stadt malten, zu entdecken. Für Menschen, die Wittlich erst zu Ende des 20. Jahrhunderts kennen lernten, zeigen sich viele Unbekannte, Gebäude, ganze Häuserzeilen, die heute nicht mehr existieren, aber auch Konstanten wie die Markuskirche, das Alte Rathaus und das Türmchen. Motive, die viele Künstlerinnen und Künstler zum Pinsel greifen ließen.

Die Ausstellung ist bis zum 12. Mai 2019 in der Städtischen Galerie im Alten Rathaus am Marktplatz in Wittlich zu besichtigen. Öffnungszeiten: dienstags bis samstags: 11 bis 17, sonn- und feiertags: 14 bis 17 Uhr. Der Eintritt beträgt € 3 (unter 18 Jahren frei).

Rahmenprogramm - Termine:

Vorträge über die ausgestellten Künstler mit Diana Lamprecht M.A. finden statt am
Mittwoch, 3. April 2019 und
Donnerstag, 25. April 2019, jeweils um 18 Uhr im großen Sitzungssaal im Alten Rathaus am Marktplatz.

Weitere Gruppenführungen sind nach Absprache möglich (ab 8 Personen, Kosten je Teilnehmer € 5).


Nach oben