Stadtteile

Der Stadtteil Bombogen

Der 1969 eingemeindete Ort Bombogen wurde als Besitztum der Trierer Abtei St. Maximin im Jahre 940 erstmals als Bumaga urkundlich erwähnt. Der alte Pfarrbezirk des Ortes umschloss die Dörfer östlich von Wittlich. Im 19. Jahrhundert war Bombogen Sitz eines Bürgermeisteramtes.

Ortsbildprägend ist die 1789 bis 1792 erbaute Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt am südwestlichen Ortsrand. Auf die lange Tradition des Tabakanbaues im Wittlicher Tal verweist ein ehemaliger gemeindlicher Tabakschuppen in der Berlinger Straße, der heute unter Denkmalschutz steht.

Die Einwohnerzahl von Bombogen hat sich dynamisch verändert. Mit der Erschließung des Neubaugebietes “Hofflürchen” ab 1994 hat sich die Zahl der Einwohner auf 1.570 verdoppelt. Da derzeit nur noch wenige Baustellen vorhanden sind, sollen bauwilligen Familien in den kommenden Jahren durch weitere Erschließungen Baustellen in kleinerem Umfang angeboten werden.

Der Bau des Pfarrheimes als Dorfgemeinschaftshaus im Jahre 2000/2001 und der Schulsporthalle im Jahre 2003 stellen eine große Bereicherung für das Sozialleben im Ort dar.

Weitere Infos unter: www.neuesausbombogen.de

Der Stadtteil Dorf

Der Ort wird erstmals im Jahre 952 unter dem lateinischen Namen Villera = Dorf erwähnt und ist somit schon mehr als 1.000 Jahre alt. Der Trierer Erzbischof Rotbert schenkte damals einem gewissen Wido Ländereien in der Feldmark des Dorfes zur Anlage von Weinbergen. 1065 tauschte Erzbischof Eberhard in derselben Mark von Villera mit einem Manne Nopelo verschiedene Güter. Erst im Güterverzeichnis von St. Maximin, Trier, dass hier die Grundgerichtsbarkeit ausübte, tritt 1220 der Name Dorphe, später Dorff, Dorf auf.
Auch der Freiherr von Landenberg besaß verschiedene ritterschaftliche Güter in Dorf. Es gehörte zum Gericht Neuerburg und zum kurtrierischen Amte Wittlich.

In der Gemarkung Dorf im Distrikt “Amtsbüsch” liegt auch das Kloster “St. Paul”. Bis zum Jahre 1883 befand sich hier eine 54 Morgen große Lohhecke. 1903 erwarb der Kaufmann und ehemalige Lindenwirt Peter Weber diese Fläche. Er machte 35 Morgen davon urbar. Es entstanden wertvolles Ackerland und Obstkulturen. Im Jahre 1907 erbaute er die vielbesuchte Sommerwirtschaft “Volkspark”. Doch waren die Jahre des 1. Weltkrieges 1914/1918 dem Unternehmen nicht günstig. Er verkaufte das ganze Anwesen an den Steyler Missionsorden. Die Gaststätte wurde zur Wohnung der Missionare umgebaut. 1925/1926 bauten die Steyler das große Missionshaus, in dem sie von 1926 bis 1938 und von 1948 bis 1968 für Jungen, die Missionare werden wollten, ein Gymnasium führten.
1969/1970 wurde die Kirche des Klosters vom Architekt Peter van Stieplen mit Malereien von Werner Persy errichtet.

In der Gemeinde Dorf war in der Vergangenheit die Landwirtschaft die Haupterwerbsquelle. Bis zum 30-jährigen Krieg wurde auch Wein angebaut. Nach einem Verzeichnis musste Dorf als Abgabe im Jahre 1591 an das Trierer Maximin-Spital 45 Ohm, 1 ½ Sester Wein entrichten. In dem ehemals landwirtschaftlich strukturiertem Dorf ist derzeit nur noch ein Haupterwerbsbetrieb geblieben, der vornehmlich Tabak anbaut.

In dem Wettbewerb “Unser Dorf soll schöner werden” im Landkreis Bernkastel-Wittlich hat Dorf im Jahr 1969 den ersten Preis errungen.

Eine wesentliche Erweiterung hat Dorf mit der Bebauung der Neubaugebiete “Im Flürchen”, “Am Burger Weg” und “Im Giehren” erfahren. Hierdurch hat sich die Einwohnerzahl in den Jahren 1988 bis etwa 1998 von rund 330 auf zirka 520 gesteigert. Die Straßen der Neubaugebiete wurden 1998 fertig ausgebaut.
1. Historisches Dorffest im August 2004.
Vom 23. bis 25. August 2002 feierte der Stadtteil Dorf sein 1050-jähriges Bestehen. Höhepunkte waren rund 50 Stände entlang der Alftalstraße, an denen Schreiner, Töpfer, Steinmetze, Schmiede, Seildreher, Friseure, Korbmacher, Schuster und andere ihr Handwerk präsentierten sowie der große Festzug mit zahlreichen Fußgruppen, Wagen und Kapellen, Musikvereinen und Spielmannszügen. Die Jubiläumsfeier stand unter Schirmherrschaft von Ministerpräsident Kurt Beck, der ebenfalls an den Festlichkeiten teilnahm. Das historische Dorffest soll als jährliche Veranstaltung im August zu einer festen Einrichtung werden.

 

Der Stadtteil Lüxem

Stadtteil Lüxem Lüxem liegt am Talausgang des Sterenbachs in der Wittlicher Senke an den nördlichen Ausläufern der Moselberge. Das Straßendorf in der kleinen Talaue ist umrahmt von Streuobstwiesen und umgeben von überwiegend bewaldeten Bergkuppen der Eifel. Nach ersten frühgeschichtlichen Funden wurde der Ort 1023 erstmals erwähnt als “Lukesinga” und gehörte später Jahrhunderte lang zu St. Maximin Trier.

Seit dem 13. Jahrhundert wird in Lüxem Weinbau betrieben. Die kleinstrukturierte Landwirtschaft, die hier den Anbau von Sonderkulturen erlaubte, wurde zudem vom Tabakanbau geprägt. Noch heute sind viele Tabak-Trocken-Scheunen erhalten und in Betrieb. Daneben ist das traufständige Trierer Einhaus als eine Sonderform des Streckhauses verbreitet. 1969 wurde Lüxem in die Stadt Wittlich eingemeindet.

Das heutige Wohndorf am Stadtrand von Wittlich hat ein gesundes Bevölkerungswachstum und einen sehr jungen Altersdurchschnitt. Seinen Bewohnern, die eine dörfliche Struktur in Lüxem gewahrt haben, bietet es eine exzellente Infrastruktur. Der Stadtteil zeigt eine gegliederte Lage und Gestaltung der Gemeindebedarfsflächen sowie geordnete Straßenräume und bedarfsgerechte Wege. Wieder frei gelegte Gewässer bereichern das Dorfbild, das gewahrt wurde, weil auf eine Bebauung der umliegenden Höhenlagen und Hänge verzichtet wurde.

Lüxem konnte als Stadtteil von Wittlich seine Eigenheiten bewahren und zeigt ein besonders intaktes Gemeinschaftsleben mit aktiven Vereinen und Gruppen. Die Motivation der Bewohner äußert sich seit 1989 auch durch erfolgreiche Teilnahmen am Dorfwettbewerb.

So wurde der Stadtteil für die Leistungen seiner Bürger im Bundeswettbewerb 1998 “Unser Dorf soll schöner werden - Unser Dorf hat Zukunft” mit einer Silberplakette ausgezeichnet.

Der Stadtteil Neuerburg

Stadtteil Neuerburg Neuerburg wurde im Zuge der Verwaltungsreform im Jahre 1969, ebenso wie Bombogen, Dorf, Lüxem und Wengerohr, ein Stadtteil der Kreisstadt Wittlich.

Markantes Wahrzeichen des Stadtteils Neuerburg ist der weithin sichtbare “Neuerburger Kopf”, auch Burgkopf genannt. Schon zur Römerzeit führte die Agrippastraße von Trier nach Koblenz unmittelbar an diesem Berg vorbei. Der Burgkopf zwischen Neuerburg und Bombogen ist als heiliger Weg Wuotans nachgewiesen. Noch zwischen 1140 - 1144 hieß er “Mercusberg“; in deutscher Übersetzung bedeutet dies “Wuotansberg”.

Die erste Burg auf dem Neuerburger Kopf soll angeblich von dem Frankenkönig Childerich I. zwischen 511 und 588 angelegt worden sein. In der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts hatte sich Graf Wilhelm von Luxemburg auf dem Burgkopf ein Raubnest eingerichtet. Erzbischof Menginher nahm im Herbst 1128 die Burg im Sturmlauf und zerstörte sie. Sein Nachfolger Erzbischof Albero (1131 – 1152) erbaute 1146 zum Schutze des Wittlicher Tales und besonders der Stadt Wittlich eine neue Burg und nannte sie “novum castrum”, das bedeutet “Neue Burg” oder “Neuerburg”. Erst im Jahre 1168 wurde sie unter Erzbischof Hillin vollendet.

Am 9. Juni 1718 hatte eine große Feuersbrunst das ganze Dorf eingeäschert. Beim Wiederaufbau verschwand der größte Teil der Burgruine, die als Steinbruch genutzt wurde. So ist von der “Neuerburg” bis auf wenige Mauerreste auf dem Gipfel nur noch der Name des Dorfes am Fuße des Berges übrig geblieben.
Ein zweites Mal wurde Neuerburg im Jahre 1840 von einer Brandkatastrophe heimgesucht.
21 Gebäude (mehr als 1/3 des Dorfes) brannten bis auf die Grundmauern nieder. Auch die alte Kirche, die 1698 erbaut wurde und dem hl. Nikolaus geweiht ist, blieb zum Teil nicht verschont.

Neuerburg, im östlichen Teil des Wittlicher Tales gelegen, hat einen fruchtbaren Boden, größtenteils aus Sand und stellenweise aus Lehm bestehend. Dieser Boden liefert nicht nur eine reiche Kartoffelernte, sondern ist auch der rechte Untergrund für den ausgedehnten Tabakanbau.

Heute gehen die Neuerburger Bürgerinnen und Bürger überwiegend ihrer Arbeit in den Industrie-, Gewerbe- und Handelsbetrieben der Kreisstadt Wittlich nach.

Der Stadtteil Wengerohr

Stadtteil Wengerohr Die erste urkundliche Erwähnung von Wengerohr vor über 850 Jahren, im Jahre 1143, lautet: “Rora, ein Hof mit Ackerland und Wiesen”. Sicher belegt ist Wengerohr 1274 durch den Zusatz “wenic“. Wengerohr dürfte an der Abzweigung der alten Römerstraße Trier – Andernach nach Köln angelegt worden sein. Der alte Ortskern lag südlich der Gleisanlagen bei der im 16. Jahrhundert errichteten St.-Johannes-Kapelle. Als einziger größerer Einzelhof in der Gemarkung Wengerohr hat sich das ehemals Macherner Hofgut Wahlholz erhalten, allerdings in stark veränderter Form.
Nach der Eröffnung der Eisenbahnlinie Trier – Koblenz im Jahre 1879 erlebte Wengerohr eine nachhaltige Veränderung seiner bis dahin rein landwirtschaftlich geprägten Struktur.

Die Stationierung der II. Bereitschaftspolizeiabteilung des Landes Rheinland-Pfalz im Jahre 1966 und die Ausweisung von Wohn- und Industriegebieten führten in den vergangenen Jahren zu einem Aufschwung.

Eine Strukturdatenerfassung im Jahre 1998 in der Stadt Wittlich ergab, dass Wengerohr mit rund 75 Gewerbe- und Industriebetrieben wie beispielsweise Dr. Oetker, Meeth, ABF-Technik und anderen insgesamt über 1.200 Menschen einen Arbeitsplatz bietet. Die Fläche des ausgewiesenen Industriegebietes Wengerohr umfasst derzeit 50 Hektar.
Das neu ausgewiesene Industriegebiet “Wengerohr-Süd” hat eine Größe von insgesamt 90 Hektar. Nach Abzug der öffentlichen Flächen werden rund 65 Hektar Bauland für neue Gewerbeansiedlungen zur Verfügung stehen. Der Bebauungsplan wurde vom Stadtrat als Satzung beschlossen; Baurecht ist damit gegeben. Entlang der Dr.-Oetker-Straße, der Haupterschließungsstraße des neuen Industriegebietes, stehen Bauflächen für sofortige Ansiedlungen zur Verfügung, wobei der Zuschnitt und die Größe der Baugrundstücke den Bedürfnissen der Betriebe angepasst werden können. Die Dr.-Oetker-Straße ist auch die neue Anbindung des bestehenden Industriegebietes Wengerohr an das überregionale Verkehrsnetz; sie mündet in die B 50.
Im Industriegebiet Wengerohr-Süd wurde ein Park+Ride-Parkplatz gebaut, der direkt an die Fußgängerunterführung des Hauptbahnhofs Wittlich angebunden wird. Auch für Bahnreisende sind die Unternehmen und Einwohner im Stadtteil Wengerohr somit optimal zu erreichen.

Weitere Infos unter:  www.wittlich-wengerohr.de

 

Nach oben