Erneute Rettungsaktion für die verbleibenden Gebäudereste

In den Jahren 1982 und 1983 wurden die vollständig überwachsenen Reste des Herrenhauses erneut freigelegt und untersucht. Der Bestand sollte gesichert und dem Publikumsverkehr zugänglich gemacht werden. Die Arbeiten konzentrierten sich auf die noch erhaltenen Räume im Mitteltrakt. Hier wurden der Kellerbereich und die hintere Raumfolge der Wohnebene einschließlich des hinteren Portikus bis auf Laufniveau ausgegraben. Das vordere Drittel des mittleren Teils war mittlerweile von der Lieser abgeschwemmt worden. Der Nordtrakt war durch Baumbewuchs und Abtragung so stark verfallen, dass man ihn nach einigen Sondierungen zuschütten ließ. Der südliche Teil ist bereits mit dem Bau der Autobahn zerstört worden.

Zum Zweck der Präsentation wurde 1984 das Mauerwerk konsolidiert. Man beschränkt sich auf die Darstellung der noch vorhandenen Mauern und die noch gut erhaltenen Wasserablaufrinnen. Zuvor wurden die Schuttmassen aus den Kellerräumen entfernt, der Boden neu aufgefüllt und die Außenmauern gesichert. Das freistehende Mauerwerk im hinteren Teil wurde witterungsbeständig abgedeckt. Das vordere Kellergeschoss wurde teilweise auf dem authentischen Mauerwerk bis zu einer Höhe von 2-3 m aus dem örtlich anstehenden Rotsandstein rekonstruiert. Ein Pfeiler mit einem aufgesetzten Bogen wurde vollständig dargestellt, während das restliche ehemalige Gewölbe nur angedeutet wurde. Aus diesem Gewölbeabschluss wurde schließlich ein Schutzdach aufgelegt. Hierbei entschied man sich für eine freistehende, offene Holzkonstruktion. Das Walmdach ist zweigeteilt, wobei die Teile in der Höhe versetzt sind. Es ragt an den Seiten gerade soweit über dem antiken Bestand hinaus, dass es genau über den Abwasserrinnen endet. Auf diese Weise wurde eine verträgliche Kombination zwischen modernen und antiken Elementen gefunden.

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