Ein römisches Gebäude

Am Westrand des Wittlicher Talbeckens, dort wo der Mundwald zum Fluss Lieser - diesen in sanfter Biegung begleitend - abfällt, stieß man 1819 bei Erdarbeiten nahe dem Flußufer auf römisches Mauerwerk. Der Fundort war seit Ende des 18. Jahrhunderts bekannt. Der unterrichtete königlich-preußische Baurat Carl Friedrich Quednow analysierte die Struktur als römisch und leitete eine Grabung ein. Drei geheizte Räume einer Badeanlage, überwölbte Gänge und eine 77m lange Mauer kamen ans Licht. Freigelegt hatte Quednow - nach unserem heutigen Kenntnisstand geurteilt - den vorderen Teil des nördlichen Gebäudetrakts mit der begrenzenden Portikusmauer. Diese Gebäudereste -von bedeutendem Umfang- wurden nach Abschluß der Untersuchungen wieder verfüllt.

Die so in das Interesse der Öffentlichkeit gerückte Fundstelle lockte viele Neugierige an. Raubgrabungen waren die Folge, die zahlreiche Fundstücke wie Haarnadeln, Armreifen, Salbfläschen, Münzen, auch angeblich drei Goldringe zutage förderten, aber auch eine Zerstörung des Bauwerks an verschiedenen Stellen verursachten.

Die Lieser, die im 18. Jahrhundert weiter vom Hang entfernt verlief, hatte im Laufe des 19. Jahrhunderts ihr Bett immer weiter hangwärts verlagert. Ständige Überschwemmungen bewirkten Abtragungen des Hangbereichs und brachten Mauerwerk zum Einsturz, so dass große Teile des Baus im unteren Hangbereich zerstört wurden. 

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