Die Tragödie nimmt ihren Lauf

Drei Jahre nach Kriegsende führten Mitarbeiter des Rheinischen Landesmuseums im August 1948 eine erneute Bestandsaufnahme durch. Sie stellten fest, dass alle getroffenen Sicherungsmaßnahmen von 1941 unwirksam geworden waren. Das Schutzdach war bereits nicht mehr vorhanden. Die Dauerbelastung durch Witterungseinflüsse hatte das Mauerwerk insgesamt erheblich beschädigt. Das ganze Gelände machte einen verwahrlosten Eindruck. Die Schutzmauer am Lieserufer war in weiten Teilen eingestürzt und abgeschwemmt. Im Bachbett der Lieser lagen Bruchstücke und behauene Werksteine aus dem mittleren Gebäudetrakt. Leider waren die Geldmittel des Rheinischen Landesmuseums nach Kriegsende beschränkt, so dass die dringend notwendigen Konservierungsmaßnahmen zur Bestandssicherung der Mauerreste nicht durchgeführt werden konnten.

In den Folgejahren geriet die Ruine immer mehr in Vergessenheit. 1952 ging das Grundstück mitsamt der römischen Villa in den Besitz des Unternehmens Landsiedlung Rheinland-Pfalz GmbH Koblenz über, das ebenfalls nichts zur Bestandsicherung beitrug. Bereits 1953 war die Schutzmauer am Lieserufer fast restlos verschwunden. Pläne zur Aufforstung des Geländes sorgten im Jahr 1958 für einige Aufregung und wurden sogar im Wittlicher Tagesblatt diskutiert. Die Genehmigung zur Aufforstung mit Tannen und Kiefern war zwar von der Oberen Forstbehörde erteilt worden, jedoch waren weder der jetzt für das Denkmal zuständige Landeskonservator noch das Rheinische Landesmuseum Trier über einen Antrag der Aufforstung informiert worden. Erst auf Initiative des ehemaligen Wittlicher Bürgermeisters M.J. Mehs wurde das Rheinische Landesmuseum unterrichtet. Es konnte nun der bereits begonnenen Aufforstung Einhalt gebieten, wodurch weiterer Schaden verhindert wurde.

Im Mai 1959 führten Mitarbeiter des Rheinischen Landesmuseum Trier eine erneute Ortsbesichtigung durch, um den Zustand des Herrenhauses zu dokumentieren. Die Mauern waren stark verfallen und von dem einstigen Prachtbau war wenig übrig geblieben.

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