Die ersten Ausgrabungen

Der alarmierende Erhaltungszustand veranlasste das Provinzialmuseum Trier (heutiges Rheinisches Landesmuseum Trier) Grabungskampagnen im Herbst 1904 und im Sommer 1905 durchzuführen. Schwerpunkt der Untersuchung war die Freilegung der mittleren und nördlichen Partie des Bauwerks. Diese erbrachte die Erkenntnis, dass es sich bei dem lang gestreckten, geschickt dem Hang angepassten Gebäude um eine römische Villa handelt. Der Grundriss konnte weitgehend erforscht werden, so dass der Museumsdirektor Emil Krüger abschließend feststellen konnte: "Die Villa von Wittlich nimmt unter den bisher untersuchten römischen Villen auf deutschen Boden eine hervorragende Stellung ein."

Nachuntersuchungen des Provinzialmuseums im Oktober und November 1907 galten einigen Räumen des Südflügels. Da die beschränkten finanziellen Mittel des Museums für eine Konservierung nicht ausreichten, entschloss man sich, das Gebäude zum besseren Schutz wieder zu verfüllten.

Mit dem Begriff "villa" bezeichnet die lateinische Sprache ein für die landwirtschaftliche Produktion genutztes Gebäude auf dem Land. Eine solche Villa besteht normalerweise aus zwei Einheiten, dem Wohngebäude des Bauern oder des Großgrundbesitzers, der "pars urbana" und den Produktionsgebäuden - Stallungen, Scheunen, Werkstätten - der "pars rustica". Bei kleinen Villen befinden sich diese Einheiten unter einem Dach vereint, bei großen, wie hier in Wittlich, sind sie getrennt. Das Wohngebäude der Villa wird dann auch als Herrenhaus bezeichnet.

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