Der Südtrakt

Der 1904 und erneut 1940 ergrabene und durch den Autobahnbau wahrscheinlich vollkommen zerstörte Südtrakt war am besten erhalten. Hier lag auch einst eine mit Flusskieseln gepflasterte Zufahrt zur Villa (57), die -aus der Sicht des Anfahrenden- links von einer Mauer und rechts von der Portikus begleitet war, vorausgesetzt letztere war symmetrisch angelegt und besaß hier die gleiche Länge wie im Norden. Eine Einfahrt führte in eine Remise und Stallungen (59), an deren Rückwand noch die Sandsteinfuttertröge standen. Ein Sandsteinrost nahm einst die Balkenauflage des Stallbodens auf, eine Maßnahme, die eine schnelle Reinigung des Stalles ermöglichte. An der Toreinfahrt waren noch die Prellsteine und die Türschwelle mit der Vorrichtung für Türangel und Riegel erhalten. Von dem Auffahrtplatz führte eine gut erhaltene Treppe zum südlich anschließenden Gartenbereich. Das ganze Untergeschoß war mit 5 m hohen Gewölben versehen. Dies gilt ebenso für den Apsidensaal 52. Die Apsiden fingen den Erddruck ab.

Die Räume im Obergeschoss dienten als Wohnräume, wobei der Ausgräber die Räume 51 und 52 als Lichthof interpretiert hat. Gegen diese Annahme sprechen die massiven Gewölbe des Raumes 52. Sie dienten zur Aufnahme eines schweren Raumestrichs. Raum 51 allerdings war vielleicht wirklich ein Lichthof, aber es fehlt jede Möglichkeit, ihn zu entwässern.

Die Zimmer über Raum 59 und wohl auch 52 waren beheizt. Trümmer der Heizungsanlage fanden sich im Einfahrtsbereich des Raumes 59. Ebenso beheizt war der Raum 48, Teil eines kleinen Bades. Dort blieb der untere Heizboden erhalten. Der an den Hof B angrenzende Gang 44 wies noch an den Wänden farbigen Wandputz auf: an der Südostwand über einer geometrischen Sockelmalerei eine rotgrundige Fläche, an der Nordwestwand lineare Malerei auf weißgrundiger Fläche. Weil dieser Gang keinerlei Türen besitzt, muss er als Treppenhaus interpretiert werden, in dem eine Holztreppe die Stallungsebene mit dem Wohngeschoss verband. Der Zugang erfolgte über die Portikus 10.

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