Der Nordtrakt

Der Nordtrakt war in seinem vorderen Teil bereits 1819/20 vom königlich-preußischen Baurat Carl Friedrich Quednow ausgegraben worden. Er konnte die begrenzende Portikusmauer über 77 m verfolgen, die bis auf ein eingestürztes Teilstück von 15 m Länge recht gut erhalten war. An die Portikusmauer -also auf der Höhe des Untergeschosses- grenzten drei fast gleichgroße geheizte Räume einer Badeanlage an (1,86 x 4 m), die mit kleinen Wannen ausgestattet waren. In einem Raum war auch die Wandheizung -bestehend aus aneinander gesetzten Tubuli (Hohlziegel)- noch gut erhalten, auf die der geglättete wasserdichte Verputz aufgetragen war. Unmittelbar südlich des ersten Baderaumes verlief ein 0,80 m breiter gewölbter Versorgungs- oder Abwassergang bergseitig (also nach Westen); weiter nördlich grenzte an den dritten Raum ein gewölbter 3,31 m breiter und 2,11 m hoher Gang, der diesen Teil des Gebäudes mit den weiter oberhalb gelegenen Räumen verband. In einem Abstand von 4 m stellte Quednow einen weiteren schmalen gewölbten Versorgungsgang fest. Am Ende der 77 m langen Portikusmauer entdeckte er weitere Räume, deren Wände noch Malereireste aufwiesen. Bei den Ausgrabungen 1904/05 waren diese Gebäudeteile durch die Unterspülungen der Lieser bereits abgetragen, so dass die neuen Untersuchungen im höher gelegenen Hangbereich -also im Hauptgeschoß- erfolgten.

Hier legte man eine Badeanlage frei, die einen Auskleideraum (14), einen Warmbaderaum (19 und 21) mit anschließendem temperierten Zimmer (22) und einen Kaltbadebereich (15 und 16) umfaßte. Zwischen diesem und dem temperierten Raum (22) gelangte man durch den Verbindungsflur (23) zur Toilette (24). Die Wannen waren wie üblich mit einem Viertelrundstab abgedichtet. Ziegelpfeiler in den Räumen 14, 21 und 22 bezeugen hier die Fußbodenheizung. Ein Heizkanal verläuft unterhalb der Wanne von Raum 19. Geheizt wurde von einem Keller unter der Portikus 11, der vom Kellergang 12 aus zugänglich war. In der Badeanlage sind Umbauten nachweisbar. Bemerkenswert unter diesen ist die Aufgabe des großen Oktogons, dessen Funktion noch ungeklärt ist.

Die übrigen Räume sind nicht zum Badebereich zu zählen; sie sind vielmehr als Wohnräume anzusprechen. Die Portikus 10 dürfte nach dem Vorbild anderer Anlagen vor der ganzen Front auch dieses Trakts entlang gelaufen sein und sich bis zur Nordmauer des Raumes 35 erstreckt haben.

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