Der Brunnen

Der ursprünglich etwa 4 m tiefe Brunnen besaß einen runden Schacht von knapp 1 m Durchmesser, welcher sich bis auf die Sohle hinab nur um etwa 5 cm verjüngte. Der obere Bereich des Schachtes war aus Buntsandsteinquadern zusammengesetzt, der untere Teil war 1,20 m tief in den Felsen gehauen. Eine dendrochronologische Untersuchung der Holzreste aus der Brunnenverfüllung, die möglicherweise vom Aufbau stammen, ergab ein Fälldatum des Holzes nach 178n. Chr..

Aus der Verfüllung des Brunnens konnten außer Keramikscherben der 1. Hälfte des 3. Jahrhunderts, verschiedene Eisenteile, ein beinernes Kammfragment, der profilierte Bronzegriff eines Kästchens und ein kleiner Silberteller geborgen werden, der ein Streiflicht auf die soziale Stellung der Villenbesitzer wirft. Die flache, 0,55 cm hohe und 9 cm im Rund messende silberne Platte mit leicht aufgebogenem Rand ruht auf einem 2,5 mm hohen Standring. Bemerkenswert sind die innerhalb des Standrings eingeritzten Graffiti. Neben der Gewichtsangabe XIIII drachmae oder denarii (= 47,75 g) waren zwei Namen (Senecianus und Cigeni) und ein Namenskürzel (ARS) eingeritzt. Bei den ausgeschriebenen Namen scheint es sich um Einheimische zu handeln. Die Einritzung des Namens war eine gebräuchliche Praxis, um Gegenstände von hohem Wert zu markieren.

Nach oben