Georg-Meistermann-Preis

Georg-Meistermann-Preis der Stiftung Stadt Wittlich

Georg Meistermann (1911-1990) war als Künstler, als redender und handelnder Kulturpolitiker, eine der unabhängigsten Gestalten auf der Bühne unserer Zeit. Auch im Umgang mit den Mächtigen insbesondere in der Zeit des Nationalsozialismus hat er sich nicht irritieren lassen. Er blieb immer er selbst, im Leben wie in der Kunst. Oft wird mit Recht die Freiheit eines Christenmenschen, gepaart mit einer »beneidenswerten Glaubensgewissheit« (K. Ruhrberg), an ihm gerühmt. Als Maler und Zeichner wie als Lehrer hat er stets bei sich und seinen Schülern das Recht auf freie Entfaltung hochgehalten und von der »Kostbarkeit des Einzelnen« gesprochen.

Die Stiftung Stadt Wittlich ist dem geistigen Erbe Georg Meistermanns besonders verpflichtet. Sie ist Eigentümerin großer Teile seines Nachlasses, der im Georg-Meistermann-Museum im alten Wittlicher Rathaus präsentiert wird. Darüber hinaus befinden sich weitere wertvolle Glasmalereien und Kunstwerke des Künstlers in städtischen und anderen Wittlicher Gebäuden.

Der Georg-Meistermann-Preis der Stiftung Stadt Wittlich soll das Andenken an den großen Künstler Georg Meistermann und sein unerschütterliches, kritisch-konstruktives Eintreten für Demokratie und Meinungsfreiheit wach halten und nachfolgende Generationen anregen, diesem Beispiel zu folgen.

Mit dem Preis werden in der Regel alle zwei Jahre entweder eine oder mehrere Persönlichkeiten oder aber eine oder mehrere Gruppen ausgezeichnet.

Der Preis wird in Form einer Urkunde und einer Bronze-Plakette überreicht. Der Preis ist mit einer an den Stiftungszweck gebundenen Summe von 10.000 € dotiert. Der/Die Preisträger/in bestimmt in der Regel ein gemeinnütziges Projekt im Rahmen des Stiftungszwecks der Stiftung Stadt Wittlich.

Erstmalig im Jahr 2006 nahm Christina Rau den Preis stellvertretend für ihren verstorbenen Mann Bundespräsident a.D. D. Dr. h.c. Johannes Rau entgegen. Im Jahr 2008 wurde der Georg-Meistermann-Preis der Stiftung Stadt Wittlich an Charlotte Knobloch, Präsidentin des Zentralrates der Juden in Deutschland, verliehen. Im Juni 2010 nahm Karl Kardinal Lehmann, Bischof von Mainz, den Preis in der Katholischen Pfarrkirche St. Markus in Wittlich entgegen nehmen. Preisträger im Jahr 2013 war Bundesaußenminister a.D. Hans-Dietrich Genscher.

 

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