Vorwort von Karl Marmann

In den Kirmesheften der Jahre 1966 bis 1975 wurden jeweils Abschnitte des von Georg Fischer herausgegebenen ""Wittlicher Wörterbuchs"" abgedruckt. Später ist das Wörterbuch auch als kleines Heft im Buchhandel erschienen.
In dem Wörterbuch sind neben den einzelnen Wörtern auch ganze Sätze, wie sie im Alltag in Wittlicher Mundart gesprochen werden, enthalten. Diese Wörter und Sätze können natürlich nur die Leute lesen und verstehen, die den Wittlicher Dialekt, oder zumindest den Moselfränkischen Dialekt, beherrschen. Leider muss man jedoch feststellen, dass Dialekt in immer weniger Familien zu Hause oder in Gesellschaft gesprochen wird.
Den einen ist er nicht vornehm genug, andere sprechen ihn nicht, damit ihre Kinder von Anfang an richtig Hochdeutsch lernen.
So kommt es, dass viele Kinder den Dialekt überhaupt nicht oder nur mangelhaft im Umgang mit anderen Kindern auf der Straße oder beim Spielen lernen. Das hat zur Folge, dass in nicht allzu ferner Zeit Dialekt nur noch von Wenigen gesprochen, höchstens vielleicht noch verstanden wird.
Viele können später das Wörterbuch zwar lesen, aber den Sinn und die Bedeutung der Wörter und Sätze nicht mehr verstehen.
Auf Anregung der Stadtverwaltung habe ich daher vor Jahren begonnen, das Wörterbuch ins Hochdeutsche zu übersetzen.
Dabei hatte ich schon als alter Wittlicher bei manchen Wörtern Schwierigkeiten, sie richtig zu deuten und ins Hochdeutsche zu übersetzen.
Zur Schreibweise der Wörter im Wörterbuch möchte ich noch einiges anmerken. Herr Georg Fischer hat sich sehr bemüht, die Schreibweise der Wittlicher Wörter der Phonetik einigermaßen gerecht zu werden. Schwierig war für ihn wohl die richtige Schreibweise des ao-Lauts. Der Laut klingt nicht wie A, aber auch nicht wie O. Er schreibt z. B.  das Wort Looden/Laden mit zwei O. Der Nichtkenner glaubt, es würde wie ein langgezogenes O gesprochen. Richtig muss es aber mit ao, z. B. wie im Englischen das Wort Oakland, geschrieben und gesprochen werden.
Ich hoffe, dass meine Übersetzung des Wörterbuches zukünftigen Generationen eine Hilfe sein wird, unsere Wittlicher Muttersprache wenigstens noch zu verstehen.

Karl Marmann       
         
         
         
         
         
         
         
         
         
         
         
         
         
         
         
         
         
         

         
         
         
         
         
         
         
         
         
         
         
         
         
         
         

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