Synagoge

Wittlicher Synagoge – ein herausragendes Kulturdenkmal

© Martin Brunker
© Martin Brunker

Das Gebäude der ehemaligen Synagoge wurde ab 1976 restauriert und in eine Kultur- und Tagungsstätte umgebaut. Am 25. November 1985, dem 75. Jahrestag der Einweihung der Synagoge, eröffnete die Stadt Wittlich unter dem Titel "Bilder der deutsch-jüdischen Geschichte" eine Ausstellung, die der Beginn zu einer intensiven Auseinandersetzung mit dem Schicksal der jüdischen Mitmenschen werden sollte.

 

Ein Arbeitskreis wurde gegründet und eine weitere Ausstellung folgte. Sie ist Grundlage für die Dauerausstellung, die in einem Nachbarhaus der Synagoge zu sehen ist. Auf drei Etagen können sich die Besuchenden über die Geschichte der Juden in Wittlich informieren, die bis ins 14. Jahrhundert zurückreicht.

 

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts waren die über 250 Mitglieder der jüdischen Gemeinde völlig in die Bürgerschaft integriert. Ihre Handelshäuser befanden sich am Marktplatz, viele lebten vom Vieh- oder Textilhandel. Wie ihre Nachbarn zogen die Männer in den ersten Weltkrieg, die Kinder besuchten gemeinsam den Turnverein. 1933 aber, nach der Wahl Hitlers zum Reichskanzler, begann auch in Wittlich der Boykott jüdischer Geschäfte, am 9. oder 10.11.1938 wurde die Synagoge geschändet, von den jüdischen Wittlichern starb jeder Dritte in einem Konzentrationslager und keiner kehrte nach Wittlich zurück.

 

Während des Krieges diente die Synagoge als Lager für französische Kriegsgefangene. Aus diesen Jahren stammt auch der Stacheldraht im Rundfenster an der Südseite der Synagoge, der heute zur Mahnung in das Fensterglas eingeschmolzen worden ist.

 

Führungen durch die Ausstellung und über den jüdischen Friedhof sowie regelmäßige Wechselausstellungen, Konzerte und Vorträge informieren Sie.

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