Altes Rathaus

Rathaus in der Stadt Wittlich bei Nacht

Seit wann heißt das Wittlicher Rathaus am Marktplatz das „Alte Rathaus“? Wahrscheinlich nach dem endgültigen und abschließenden Auszug der Stadtverwaltung im Jahre 1981. Und, obwohl bis heute kein „neues“ Rathaus in Wittlich existiert, hat sich der Begriff eingebürgert.

Das attraktive Gebäude aus dem Jahr 1652 mit der Erweiterung in die Neustraße von 1922 dominiert den Marktplatz und verleiht ihm im Zusammenhang mit den gegenüberliegenden Häusern Schönheit und Einzigartigkeit. Der Pestheilige St. Rochus schmückt die Front und wird alljährlich zur Säubrennerkirmes mit einem Blumenstrauß bedacht. In dem Renaissancebau befindet sich noch das Kulturamt der Stadt Wittlich, das unter anderem für den Ausstellungsbetrieb zuständig ist.

Die untere Etage ist dem Künstler Georg Meistermann gewidmet, der für die Stadt Wittlich zwischen 1949 und seinem Tod im Jahre 1990 zahlreiche Glasfenster schuf und verfügte, dass ein Teil seines Nachlasses in Wittlich seine Heimat finden solle. Die Dauerausstellung (Kuratorin: Frau Dr. Caroline Theresia Real) wurde 2012 völlig neu konzipiert, zeigt Werke aus allen Schaffensperioden Meistermanns und berücksichtigt die unterschiedlichen Techniken des Künstlers. Besonders beeindruckend sind die großformatigen und farbenprächtigen Entwürfe zu den Fenstern in der Kirche St. Markus ins Wittlich, die aufwendig für diese Präsentation restauriert wurden.

Das Treppenhaus und den Saal 101 zieren Meistermannfenster, unter denen die „Apokalyptischen Reiter“ zwischen dem Erdgeschoß und dem ersten Stock besonders hervorzuheben sind.

Zwei bis drei verschiedene Ausstellungen sind jährlich in den sechs Sälen des ersten Stockwerks zu sehen. Aufgrund der Kleinräumigkeit der ursprünglichen Verwaltungsbüros müssen bez. der Formate der Kunstwerke Zugeständnisse gemacht werden. Allerdings verfügt diese Architektur auch über einen besonderen Charme, der faszinierende Blickfänge und Aussichten erstellen lässt.

Im 2013 verabschiedeten „Kulturkonzept des Stadt Wittlich“ sind die Aufgaben und Zielrichtungen der Wechselausstellungen definiert. Bis zum 31.Juli 2013 ist die Ausstellung „Gesamtkunstwerker. Der Maler, Grafiker und Gestalter Fritz Quant“ in der Galerie im Alten Rathaus zu sehen. Ab Oktober 2013 wird dann eine große Darstellung der Pestkatastrophe von 1630/32 mit dem Arbeitstitel „St. Rochus, St. Sebastian und die Pest“ präsentiert werden. (Kuratoren: Dr. Barbara Mikuda-Hüttel und Dr. Richard Hüttel). Das Frühjahr 2014 ist dem Wittlicher Fotografen Helmut Thewalt gewidmet und zur Säubrennerkirmes 2014 soll dann die einzigartige Kunstsammlung eines berühmten Wittlichers gezeigt werden.

Genutzt wird der außergewöhnlich beeindruckende Große Sitzungssaal auch für Trauungen und Empfänge der Stadt Wittlich. Die Gestaltung und Ausstattung dieses Raumes ist eine der ganz wenigen original erhaltenen Innenarchitekturen des Trierer Künstlers Fritz Quant und ebenso sehenswert wie das gesamte wunderbare Gebäude.

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